Die Anwendung der DIN EN ISO 22476-1 ist für uns in Erlangen kein abstrakter Standard, sondern praktische Notwendigkeit. Die Stadt liegt im Fränkischen Becken, wo der Keuper-Untergrund mit seinen Ton- und Sandsteinen stark wechselnde Lagerungsdichten aufweist. Eine Drucksondierung liefert hier ein quasi-kontinuierliches Profil des Untergrundes, das mit punktuellen Aufschlüssen allein nicht zu erreichen ist. Gerade in den Quartieren um den Burgberg oder in der dicht bebauten Südstadt, wo Platz für Großgerät fehlt, setzen wir auf den elektrischen CPT mit integrierter Porenwasserdruckmessung. So erkennen wir bereits während der Sondierung schwach tragfähige Horizonte oder artesisch gespanntes Grundwasser, was für Baugruben in Tallage entscheidend sein kann. Die Ergebnisse fließen direkt in die geotechnische Bemessung ein und dienen als Basis für weiterführende Untersuchungen, etwa eine Sondierung mit schwerer Rammsonde oder ergänzende Laborversuche.
Mit einer Auflösung von zwei Zentimetern pro Messintervall erkennen wir selbst dünne organische Einlagerungen, die in einem klassischen Rammdiagramm einfach verschwinden würden.
Ablauf und Umfang
Lokaler geotechnischer Kontext
In Erlangen sehen wir immer wieder, dass Bauherren bei beengten innerstädtischen Grundstücken auf eine Drucksondierung verzichten und sich auf alte Baugrundkarten oder Erfahrungswerte aus der Nachbarschaft verlassen. Das geht meist so lange gut, bis die Baugrube in einer alten Regnitzrinne steht und plötzlich zehn Meter Auffüllung unter der Sohle liegen. Ein CPT hätte das in zwanzig Minuten Sondierzeit aufgedeckt. Die indirekte Ableitung von Steifemoduln und undrainierter Scherfestigkeit aus den CPT-Daten ist ein etabliertes Verfahren, das wir mit regionalen Korrelationen hinterlegen. Wer in den Hanglagen des Burgbergs oder auf den Keuperböden der Weststadt baut, profitiert von der direkten Messung des in-situ-Zustands, denn gestörte Proben aus der Kernbohrung geben die wahre Lagerungsdichte nie zuverlässig wieder.
Referenznormen
Die normgerechte Durchführung von Drucksondierungen in Erlangen erfolgt nach DIN EN ISO 22476-1:2013-01 für geotechnische Felduntersuchungen mit elektrischen Messwertaufnehmern und Porenwasserdruckmessung, ergänzt durch DIN 4094-1 Berichtigung 1:2004-05, DIN EN 1997-2 (Eurocode 7) für Entwurf und Bemessung sowie DIN 4020:2010 mit ergänz
Ergänzende Leistungen
CPT mit Porenwasserdruck (CPTu)
Elektrische Drucksondierung mit simultaner Erfassung des Porenwasserdrucks u2. Damit klassifizieren wir Böden nach Robertson, leiten die undrainierte Scherfestigkeit ab und führen bei Bedarf Porenwasserdruck-Dissipationstests zur Bestimmung der Konsolidierungsbeiwerte durch.
Baugrundgutachten auf Basis von CPT-Daten
Wir interpretieren die Sondierergebnisse und erstellen ein geotechnisches Standsicherheitsgutachten nach DIN 4020. Die Auswertung umfasst Lagerungsdichte-Profile, Reibungswinkel-Schätzung und die Ableitung von Steifemoduln für die Setzungsberechnung.
Typische Parameter
Fragen und Antworten
Was kostet eine CPT-Drucksondierung in Erlangen?
Für eine Standard-Drucksondierung in Erlangen liegen die Kosten je nach Aufwand und Tiefe zwischen €150 und €230 pro Sondierpunkt. Der Preis umfasst die Anfahrt, die reine Sondierarbeit und das digitale Messprotokoll. Wenn Sie eine größere Anzahl an Sondierungen benötigen oder die Messung mit Porenwasserdruck-Dissipationstests kombinieren wollen, unterbreiten wir Ihnen gerne ein individuelles Angebot.
Bis zu welcher Tiefe können Sie in Erlangen sondieren?
Die erreichbare Tiefe hängt vom Baugrund ab. In den quartären Sanden und Auelehmen des Regnitz-Tals erreichen wir mit unserem elektrischen CPT-Gerät in der Regel 15 bis 25 Meter. In den dicht gelagerten Keuperböden der Erlanger Weststadt kann die Sondierung je nach Verwitterungsgrad bereits bei 5 bis 10 Metern enden. Wir bewerten die Machbarkeit vor Ort anhand eines ersten Rammversuchs.
Welche Normen gelten für die Drucksondierung?
Grundlage ist die DIN EN ISO 22476-1, die das Verfahren mit elektrischen Messwertaufnehmern beschreibt. Ergänzend ziehen wir die nationale Norm DIN 4094-1 sowie die Vorgaben des Eurocode 7 (DIN EN 1997-2) heran. Die Bauaufsicht verlangt zudem ein Baugrundgutachten nach DIN 4020, in das die CPT-Ergebnisse einfließen.
Brauche ich für die CPT-Sondierung eine separate Zufahrt?
Unser CPT-Gerät ist auf einem kompakten Raupenfahrwerk montiert, das auch durch enge Erlanger Hinterhöfe oder Kellereinfahrten passt. Die Breite liegt unter 1,20 Meter. Wichtig ist eine ebene Aufstellfläche und ausreichend Höhe für das Gestänge. In Hanglagen oder bei schwierigem Zugang sprechen Sie uns bitte vorab an, damit wir die Situation prüfen können.
Welchen Vorteil hat die CPT gegenüber der Rammsondierung?
Die Drucksondierung liefert ein quasi-kontinuierliches Tiefenprofil mit Spitzendruck, Mantelreibung und optional Porenwasserdruck. Im Gegensatz zur Rammsondierung, die nur die Schlagzahlen liefert, können wir damit direkt Bodenarten klassifizieren und Festigkeitsparameter ableiten. Gerade in den heterogenen Talfüllungen Erlangens ist diese Information entscheidend, um Weichschichten sicher zu erkennen und die Baugrundrisiken zuverlässig einzuschätzen.
