GEOTECHNIK
Erlangen, Germany
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Pfahlgründungsbemessung in Erlangen: Baugrundgerechte Auslegung

Die Geologie unter Erlangen ist ein zweischneidiges Schwert. Nördlich der Schwabach und im Regnitztal treffen Bauherren auf mächtige quartäre Talfüllungen mit teils locker gelagerten Sanden und weichen Auelehmen, während in den höher gelegenen Stadtteilen wie Burgberg oder Alterlangen der verwitterte Keuper-Fels schon in wenigen Metern Tiefe ansteht. Für die Pfahlgründungsbemessung bedeutet das: ein und dasselbe Baugebiet kann auf völlig unterschiedlichen Baugrundbedingungen stehen. Wir kombinieren die Ergebnisse aus CPT-Versuchen mit Laboranalysen, um für jeden Baukörper die optimale Pfahlkonfiguration zu ermitteln, sei es für den Forschungsneubau im Siemens-Campus oder ein Mehrfamilienhaus in Büchenbach.

Die größte Herausforderung in Erlangen ist der sprunghafte Wechsel der Tragschichten, den wir mit einer Kombination aus Drucksondierung und Laborversuch auflösen.

Ablauf und Umfang

Ein typisches Projekt, das uns immer wieder begegnet, ist die Nachverdichtung in der Erlanger Innenstadt. Man erwirbt ein Grundstück, das jahrzehntelang mit einem leichten Bauwerk bestanden war, und plant nun ein fünfgeschossiges Gebäude mit Tiefgarage. Die alten Setzungen reichen bei den neuen Lasten nicht mehr aus. In solchen Fällen prüfen wir, ob die Pfähle vornehmlich über Mantelreibung in den tragfähigen Schichten abgesetzt werden können oder ob ein Spitzendruckmodell im anstehenden Sandstein sinnvoller ist. Dabei fließen die lokalen Erfahrungswerte aus SPT-Bohrungen entlang der ehemaligen Ludwig-Donau-Main-Kanal-Trasse in die Bemessung ein – ein geologisches Detail, das in keiner Standardtabelle steht.
Pfahlgründungsbemessung in Erlangen: Baugrundgerechte Auslegung

Lokaler geotechnischer Kontext

In Erlangen sehen wir regelmäßig, dass bei der Gründung im Randbereich der Keuper-Rücken die oberflächennahe Verwitterungszone unterschätzt wird. Der Tonstein kann dort zu einer steifen, aber strukturell entfestigten Schicht degradiert sein, die unter zyklischer Belastung zum Kriechen neigt. Wird hier die Pfahlspitze nur knapp in den Übergangsbereich gesetzt, entstehen Setzungsdifferenzen zwischen den Achsen, die erst nach drei bis fünf Jahren als Risse in den nichttragenden Wänden sichtbar werden. Ein weiteres lokales Risiko ist die saisonale Grundwasserdynamik im Regnitzbecken. Nach schneereichen Wintern in der Fränkischen Schweiz steigt der Pegel oft um mehr als zwei Meter, was bei unzureichend bemessener Auftriebssicherung zu plötzlichen Lastumkehrungen an den Pfahlköpfen führt.

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Referenznormen

DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik), DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), EA-Pfähle (Empfehlungen des Arbeitskreises 'Pfähle', 2. Auflage)

Ergänzende Leistungen

01

Statische Pfahlbemessung

Ermittlung der inneren und äußeren Tragfähigkeit für Bohr- und Verdrängungspfähle nach dem Teilsicherheitskonzept, inklusive Nachweis der Knicksicherheit und Erdbebenbemessung.

02

Setzungs- und Bettungsanalysen

Berechnung von Pfahlsetzungen und Gruppenwirkungen mittels numerischer Verfahren. Wir modellieren das Last-Setzungsverhalten für die exakte Interaktion zwischen Bauwerk und Baugrund.

03

Integritäts- und Tragfähigkeitsprüfungen

Durchführung und Auswertung von dynamischen Pfahlprüfungen und statischen Probebelastungen auf der Baustelle in Erlangen, um die rechnerische Bemessung am ausgeführten Pfahl zu validieren.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
AnwendungsnormDIN EN 1997-1 (EC7) mit DIN 1054:2021-04
Pfähle für übliche HochbautenBohrpfähle, Verdrängungspfähle, Mikropfähle
BemessungsansatzTeilsicherheitskonzept (GZ 1B, STR/GEO-2)
Erkundungstiefe unter PfahlfußMind. 3 m bzw. 3-facher Pfahldurchmesser
Charakteristische Mantelreibung (Sand)Gemäß EA-Pfähle, Tabelle 5.4–5.5 (q_s,k)
PfahlprobebelastungGemäß DIN EN 22477, mind. 1% der Gesamtpfahlanzahl
Dynamische PfahlprüfungLow-Strain-Integritätsprüfung nach DIN EN 1997-1
SetzungsprognoseNumerisch (FEM) oder analytisch nach DIN 4019

Fragen und Antworten

Was kostet eine Pfahlgründungsbemessung für ein Einfamilienhaus in Erlangen?

Für ein typisches Einfamilienhaus mit Baugrunderkundung und statischer Bemessung liegen die Kosten je nach Pfahlanzahl und erforderlichem Prüfumfang zwischen €1.580 und €4.950. Die Spanne erklärt sich durch den Aufwand der Drucksondierungen und der Laborversuche, die bei wechselhaften Böden im Erlanger Stadtgebiet notwendig werden.

Welche Pfahlart eignet sich am besten für den Baugrund in Erlangen?

In den quartären Talfüllungen des Regnitztals bewähren sich meist Vollverdrängungsbohrpfähle, weil sie die lockeren Sande seitlich verdrängen und so die Mantelreibung erhöhen. Auf den Keuper-Höhen setzen wir dagegen oft auf teilverdrängende Bohrpfähle, die das Risiko von Klüftungen im verwitterten Fels minimieren.

Reicht eine Baugrunduntersuchung nach DIN 4020 für die Pfahlbemessung aus?

Die DIN 4020 legt den Mindestumfang fest, aber für eine wirtschaftliche Pfahlgründungsbemessung in Erlangen ergänzen wir die Bohrungen meist um schwere Rammsondierungen und CPT-Spitzenwiderstandsmessungen. Nur so lassen sich die Tragfähigkeitsreserven im heterogenen Untergrund zuverlässig aktivieren.

Wie lange dauert die Bearbeitung der Pfahlbemessung?

Nach Abschluss der Felduntersuchungen und Vorliegen der Laborergebnisse erstellen wir die statische Bemessung in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen. Bei dringenden Projekten im Raum Erlangen ist nach Absprache auch eine verkürzte Bearbeitung möglich.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Erlangen und seinem Großraum.

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