Ein häufiger Fehler in Erlangen: Man verlässt sich auf Altbohrungen aus dem Stadtarchiv und übersieht die heterogene Verwitterung des Sandsteinkeupers. Die Folge sind böse Überraschungen beim Aushub. Wir machen das anders. Mit einer Schürfgrube legen wir den Boden auf 2 bis 3 Meter Tiefe frei. So sehen Sie selbst, ob verwitterte Felsbänke oder tonige Lagen anstehen. Unser Team kennt die Tücken des Erlanger Untergrunds. Gerade in Hanglagen am Burgberg oder in den Schwemmbereichen der Regnitz reicht eine reine Rammkernbohrung selten aus. Wenn die Schurfgrube steht, ergänzen wir bei Bedarf mit einer Sondierbohrung direkt aus der Grube heraus. So kombinieren wir visuelle Ansprache mit tieferem Aufschluss – ohne Informationsverlust. Das spart Zeit und gibt Sicherheit bei der Wahl des Gründungskonzepts.
Eine Schürfgrube ersetzt kein Labor, aber sie verrät mehr über das Bodengefüge als drei Bohrkerne zusammen.
Ablauf und Umfang
Lokaler geotechnischer Kontext
In Erlangen beobachten wir oft, dass Bauherren die Verwitterungszone des Keupers unterschätzen. Ein Streifenfundament, das zur Hälfte auf verwittertem Fels und zur Hälfte auf Residualton steht, produziert Setzungsdifferenzen. Die Risse kommen dann schon im ersten Winter. Ein weiteres Problem sind alte Auffüllungen im Stadtgebiet – besonders östlich der Regnitz, wo nach dem Krieg viel Bauschutt verfüllt wurde. Eine Schürfgrube zeigt sofort, ob der Boden gewachsen ist oder nicht. Auch die Witterung spielt eine Rolle. Nach starken Regenfällen steht in tonigen Böden das Wasser auf der Grubensohle. Wir messen den Wasserzutritt und geben eine Empfehlung zur Bauwasserhaltung. Ohne diesen Augenschein planen Sie im Blindflug. Die Schürfgrube ist die günstigste Versicherung gegen Baugrundrisiken in Erlangen.
Referenznormen
DIN 4022-1: Baugrund und Grundwasser; Benennen und Beschreiben von Boden und Fels, DIN EN ISO 14688: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden, DIN 4124: Baugruben und Gräben – Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten, VOB/C ATV DIN 18300: Erdarbeiten (Bodenklassifikation)
Ergänzende Leistungen
Schürfgrube nach DIN 4022
Maschineller oder manueller Aufschluss bis 3.5 m Tiefe. Wir legen den Boden frei und nehmen gestörte sowie ungestörte Proben direkt aus der Grubenwand. Ideal für Flachgründungen, Baugrubenplanung und die Beurteilung von Auffüllungen in Erlangen.
Sondierbohrung aus der Schurfgrube
Kombination aus visuellem Aufschluss und tieferer Erkundung. Wir setzen die Rammkernsonde direkt auf der Grubensohle an und durchörtern die Verwitterungszone des Keupers. Spart separate Bohrpunkte und liefert ein lückenloses Bodenprofil.
Typische Parameter
Fragen und Antworten
Brauche ich für eine Schürfgrube in Erlangen eine Genehmigung?
In der Regel nicht, solange Sie auf Ihrem eigenen Grundstück arbeiten. Bei Tiefen über 1.25 m ist die Standsicherheit nach DIN 4124 zu gewährleisten. Wir empfehlen trotzdem, das Vorhaben mit dem Tiefbauamt Erlangen abzustimmen, besonders in Wasserschutzgebieten oder bei Verdacht auf Altlasten.
Wie lange dauert die Ausführung vor Ort?
Eine Standardschurfgrube von 2 m Tiefe ist mit einem Minibagger in 3 bis 4 Stunden ausgehoben, dokumentiert und beprobt. Bei beengten Platzverhältnissen oder Handschachtung rechnen Sie mit einem halben bis ganzen Tag. Das Wiederverfüllen nehmen wir direkt im Anschluss vor.
Was kostet eine Schürfgrube in Erlangen?
Je nach Tiefe, Zugänglichkeit und notwendigem Verbau liegen die Kosten zwischen €510 und €820. Darin enthalten sind Aushub, geotechnische Dokumentation, Probenahme und das fachgerechte Verfüllen der Grube. Eine genaue Kalkulation erhalten Sie nach einer kurzen Projektbesprechung.
Kann die Schürfgrube auch bei hohem Grundwasserstand ausgeführt werden?
Ja, das ist möglich. In den quartären Talfüllungen der Regnitz steht das Wasser oft bei 1.5 m an. Wir passen das Verfahren an: entweder durch Absenken mit einer kleinen Pumpe oder durch eine breitere, geböschte Grube mit Wasserhaltung. Die Beprobung erfolgt dann aus dem Aushubmaterial.
Welche Bodenarten sind typisch für Erlangen?
Der oberflächennahe Baugrund wird vom Sandsteinkeuper und seinen Verwitterungsprodukten geprägt. Darüber liegen in Tallagen holozäne Auenlehme und Sande der Regnitz. Im Stadtgebiet finden sich zudem häufig anthropogene Auffüllungen aus Bauschutt und Schlacke, die eine sorgfältige Erkundung erfordern. Mehr Info.
