Die Geologie Erlangens wird vom fränkischen Keuper dominiert. Verwitterte Ton- und Schluffsteine des Burgsandsteins prägen den oberflächennahen Untergrund, oft überlagert von quartären Flussschottern der Regnitz. Diese Wechsellagerung aus bindigen und rolligen Böden erzeugt ein komplexes Spannungs-Dehnungs-Verhalten, das einfache Laborversuche nicht abbilden. Für jede Baumaßnahme, die in diesen heterogenen Schichten gründet, ist der Triaxialversuch die einzige Methode, um realistische Scherparameter zu gewinnen. In Erlangen führen wir den Versuch unter drainierten und undrainierten Bedingungen durch. Der Porenwasserdruck wird dabei kontinuierlich gemessen. Nur so lassen sich Setzungen und Grundbruchsicherheit zuverlässig prognostizieren. Die Kombination mit einer Korngrößenanalyse liefert zudem die Basis für eine präzise Bodenklassifikation nach DIN 18196.
Ein Triaxialversuch am Keuper liefert oft eine um 15–20 % geringere Kohäsion als einfache Rahmenscherversuche – ein sicherheitsrelevanter Unterschied für Erlangens Baugruben.
Ablauf und Umfang
Lokaler geotechnischer Kontext
Die Baugrundrisiken in Erlangen unterscheiden sich deutlich zwischen dem Regnitztal und den Hanglagen. Im Talgrund nahe der Innenstadt stehen bis zu 6 Meter mächtige Auelehme an. Diese weichen, organischen Schichten zeigen im Triaxialversuch extrem niedrige effektive Spannungen. Ein Versagen tritt hier oft ohne Vorankündigung als plötzlicher Porenwasserdruckanstieg auf. In den Hanglagen des Burgbergs oder östlich der A73 hingegen herrschen ausgelaugte Gipskeuper-Sedimente vor. Diese neigen zu Gefügeauflösung bei Wasserzutritt. Ein undrainierter Triaxialversuch deckt dieses Verhalten auf. Ohne diese Daten plant man in Erlangen buchstäblich auf unsicherem Grund. Die Scherfestigkeit kann unter ungünstigen Bedingungen um mehr als 40 Prozent abfallen.
Referenznormen
DIN 18137-2:2011-04 (Triaxialversuch), DIN EN ISO 17892-9 (Drained triaxial test), DIN 18196 (Bodenklassifikation), Eurocode 7 (EN 1997-1:2004), ISO 17025 (Laborakkreditierung)
Ergänzende Leistungen
Konsolidiert-drainierter Triaxialversuch (CD)
Drainierter Versuch mit langsamer Verformungsrate. Bestimmt die effektiven Scherparameter φ' und c' für langfristige Standsicherheitsberechnungen. Erforderlich bei durchlässigen Keupersandsteinen und Flussschottern in Erlangen.
Konsolidiert-undrainierter Triaxialversuch (CU)
Undrainierter Versuch mit Porenwasserdruckmessung. Liefert die totale und effektive Scherfestigkeit. Unverzichtbar für bindige Auelehme und Tonsteine, die im Erlangener Stadtgebiet weit verbreitet sind.
Typische Parameter
Fragen und Antworten
Wann ist ein Triaxialversuch in Erlangen zwingend erforderlich?
Immer wenn die Standsicherheit eines Bauwerks von der Scherfestigkeit des Bodens abhängt. Das betrifft in Erlangen vor allem tiefe Baugruben im Keuper, Gründungen im Regnitztal mit weichen Auelehmen und Böschungen mit einer Neigung steiler als 1:1,5. Auch bei Verdacht auf Gipsauslaugung im Untergrund ist der Versuch Pflicht.
Was kostet ein Triaxialversuch für ein Projekt in Erlangen?
Die Kosten liegen je nach Versuchsart und Probenanzahl zwischen €1.760 und €2.810 pro Probenserie. Ein CD-Versuch ist wegen der langen Versuchsdauer teurer als ein CU-Versuch. Hinzu kommen die Entnahmekosten für ungestörte Proben. Wir erstellen Ihnen ein Festpreisangebot nach Eingang der Proben im Labor.
Wie lange dauert die Durchführung eines Triaxialversuchs?
Ein konsolidiert-drainierter Versuch (CD) benötigt je nach Durchlässigkeit des Bodens 5 bis 8 Werktage. Ein CU-Versuch mit Porenwasserdruckmessung ist in 3 bis 5 Werktagen abgeschlossen. Der Prüfbericht liegt in der Regel innerhalb von 10 Werktagen nach Probenanlieferung vor. Expressbearbeitung ist nach Absprache möglich.
